Ersatzteile rekonstruieren
Ersatzteil nicht mehr lieferbar? Wir rekonstruieren es.
Die Maschine läuft, bis ein Teil bricht – und dann gibt es keinen Nachschub. Der Hersteller liefert nicht mehr, existiert nicht mehr, oder die Zeichnung ist seit Jahren verschollen. Solange das Original noch da ist, auch verschlissen oder gebrochen, lässt sich daraus eine neue Konstruktion machen: ein CAD-Modell mit Fertigungszeichnung, mit dem Sie das Teil wieder fertigen lassen können – bei Ihrem Fertiger oder auf Wunsch über unsere Partner.
Ein Ersatzteil ohne Zeichnung wird nachgebaut, indem das Original vermessen, bei Bedarf gescannt und als Konstruktion rekonstruiert wird. Dabei werden Verschleiß und Beschädigungen herausgerechnet und die ursprünglichen Nennmaße bestimmt. Ergebnis ist ein CAD-Modell mit normgerechter Fertigungszeichnung – die Grundlage, um das Teil einzeln oder in Serie neu zu fertigen.

Welche Wege es gibt, wenn ein Ersatzteil fehlt
Wer ein Teil nicht mehr bekommt, hat meist drei Möglichkeiten. Sie unterscheiden sich weniger im Preis des ersten Teils als darin, was danach passiert – beim nächsten Bruch, bei der nächsten Maschine, beim nächsten Mitarbeiter, der das Teil bestellen muss.
| Gebrauchtteil suchen | Original direkt kopieren | Konstruktion rekonstruieren | |
|---|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Glückssache, oft Wochen Suche | Schnell, solange das Original heil genug ist | Planbar, auch bei beschädigtem Original |
| Maßhaltigkeit | Gleicher Verschleiß wie das alte Teil | Übernimmt Verschleiß und Beschädigungen | Nennmaße, Toleranzen nach Funktion |
| Nächstes Mal | Die Suche beginnt von vorn | Wieder das alte Teil als Vorlage nötig | Zeichnung liegt vor, nachbestellen genügt |
| Änderungen | Nicht möglich | Kaum möglich | Werkstoff, Bohrung oder Wandstärke änderbar |
| Fertigung | Entfällt | Meist nur 3D-Druck oder Kopierfräsen | Jedes Verfahren: Drehen, Fräsen, Blech, Guss, 3D-Druck |
Ein Scan allein ist noch kein Ersatzteil. Er bildet die Oberfläche ab – mit jeder Delle, jedem Rostkrater und jedem Zehntel Verschleiß. Für ein Teil, das wieder passen soll, muss daraus eine Konstruktion werden, die die ursprünglich gemeinte Form beschreibt. Ob dafür überhaupt gescannt werden muss oder Messschieber und Messuhr genügen, entscheiden wir je Teil; Sie müssen das vorher nicht wissen.
Was Sie bekommen
- Ein CAD-Modell des Ersatzteils als STEP, auf Wunsch im Format Ihres CAD-Systems.
- Eine Fertigungszeichnung mit Bemaßung, Toleranzen, Passungen und Oberflächenangaben – damit jeder Fertiger das Teil herstellen kann.
- Nennmaße statt Verschleißmaße: Das Teil wird so rekonstruiert, wie es konstruiert war.
- Auf Wunsch das gefertigte Teil: Wir organisieren die Fertigung über geeignete Partner.
- Das Original zurück, unversehrt – wir messen, wir bearbeiten nicht.
Was wir dafür brauchen
Für die erste Einschätzung reichen Fotos und ein Satz dazu, wofür das Teil gebraucht wird. Für die Rekonstruktion dann das Teil selbst.
- Das Original, per Post oder zur Aufnahme vor Ort. Auch ein gebrochenes oder verschlissenes Teil ist eine brauchbare Vorlage.
- Das Gegenstück oder die Einbausituation, falls möglich: Passungen lassen sich am Paar sicherer bestimmen.
- Was das Teil tut – welche Flächen tragen, führen oder dichten. Davon hängen die Toleranzen ab.
- Werkstoff und Stückzahl, soweit bekannt.
Jedes Bauteil ist anders. Nach Fotos und einer kurzen Beschreibung erhalten Sie eine individuelle Einschätzung.

So wird aus dem alten Teil wieder ein Ersatzteil
Sechs Schritte vom Original zur Konstruktion – und auf Wunsch zum fertigen Teil. Bis zur Annahme des Angebots entstehen keine Kosten.
Bauteil bereitstellen
Nach der Einschätzung anhand Ihrer Fotos schicken Sie das Teil versichert ein, oder wir nehmen es vor Ort auf.
Geometrie erfassen
Mit klassischen Messmitteln, bei Freiformflächen zusätzlich per 3D-Scan. Funktionsmaße werden gezielt nachgemessen.
Konstruktion rekonstruieren
Verschleiß und Beschädigungen herausrechnen, Nennmaße und Funktionsflächen bestimmen, fehlende Bereiche ergänzen.
CAD-Modell erstellen
Parametrisch aufgebaut, mit sauberer Konstruktionshistorie – änderbar, wenn später etwas angepasst werden soll.
Technische Zeichnung erstellen
Normgerechte Fertigungszeichnung mit Toleranzen, Passungen und Oberflächenangaben.
Auf Wunsch Fertigung über Partner
CNC-Fräsen, CNC-Drehen, Blech, 3D-Druck oder ein anderes passendes Verfahren. Oder Sie bestellen mit der Zeichnung bei Ihrem eigenen Fertiger.
Sie müssen nicht wissen, welches Messverfahren benötigt wird. Wir entscheiden, welche Vorgehensweise für Ihr Projekt sinnvoll ist.
Ersatzteil anfragenWas kostet es, ein Ersatzteil nachbauen zu lassen?
Der Preis hängt an der Konstruktion: Ein Drehteil mit wenigen Absätzen ist schnell rekonstruiert, ein Gussgehäuse mit Freiformflächen nicht. Die Beträge sind Einstiegspreise inklusive Aufnahme, CAD-Modell und Zeichnung; die Fertigung kommt auf Wunsch als eigene Position dazu. Nach Fotos und einer kurzen Beschreibung erhalten Sie eine individuelle Einschätzung.
- Einfaches Ersatzteil
ab 500 €
Welle, Buchse, Halter, Flansch – überwiegend Regelgeometrie.
- Aufnahme durch Nachmessen, bei Bedarf 3D-Scan
- CAD-Modell als STEP
- Fertigungszeichnung als PDF
- Rückversand des Originals
- Mittelkomplexes Ersatzteil
ab 1.500 €
Gehäuse, Deckel, Gussteile mit einzelnen Freiformflächen.
- 3D-Scan plus Nachmessen der Funktionsmaße
- Rekonstruktion auf Nennmaße
- Zeichnung mit Passungen und Oberflächenangaben
- Baugruppe oder stark beschädigtes Teil
ab 3.000 €
Mehrteilige Baugruppen oder Originale, deren Geometrie erst ergänzt werden muss.
- Aufnahme aller Einzelteile
- Ergänzung fehlender Bereiche
- Einzelteil- und Zusammenbauzeichnungen
Anfrage und Einschätzung sind kostenlos. Angegeben sind Untergrenzen; der verbindliche Preis steht im Angebot und ändert sich danach nicht. Wir arbeiten ausschließlich für gewerbliche Auftraggeber; alle Preise zuzüglich Umsatzsteuer.
Ersatzteil anfragenHäufige Fragen zu Ersatzteilen
Kann jedes Ersatzteil nachgebaut werden?
Nicht jedes. Technisch scheitert es selten – solange genug vom Original übrig ist, lässt sich die Geometrie rekonstruieren, bei symmetrischen Teilen genügt oft eine Hälfte. Ob ein Nachbau sinnvoll und zulässig ist, hängt aber vom Bauteil und seiner Verwendung ab. Das sagen wir Ihnen nach den Fotos, bevor Kosten entstehen.
Was ist mit sicherheitskritischen Teilen?
Tragende Teile, Druck führende Bauteile, Teile an Hebezeugen oder Fahrzeugteile mit Zulassung prüfen wir individuell. Oft ist eine Rekonstruktion möglich, aber die Freigabe des nachgebauten Teils – Werkstoffnachweis, Prüfung, Zulassung – liegt beim Betreiber der Maschine oder bei einer Prüfstelle. Wir sagen Ihnen offen, wo diese Grenze liegt.
Das Original ist verschlissen oder gebrochen. Geht das trotzdem?
Ja, das ist der Normalfall. Verschleiß wird nicht übernommen: Wir bestimmen aus Funktion, Gegenstück und üblichen Normmaßen, welches Maß ursprünglich gemeint war. Ausgebrochene Bereiche werden aus der erhaltenen Geometrie ergänzt. Je mehr erhalten ist, desto sicherer die Rekonstruktion.
Welcher Werkstoff wird verwendet?
Wenn der Werkstoff bekannt ist, übernehmen wir ihn in die Zeichnung. Wenn nicht, schlagen wir einen passenden vor – nach Funktion, Belastung und Fertigungsverfahren. Eine Werkstoffanalyse im Labor können wir bei Bedarf vermitteln; für die meisten Ersatzteile ist sie nicht nötig.
Können Sie das Ersatzteil auch fertigen?
Auf Wunsch ja: Wir organisieren die Fertigung über geeignete Partner – CNC-Fräsen, CNC-Drehen, Blech, 3D-Druck und weitere Verfahren je nach Teil. Einen eigenen Maschinenpark haben wir nicht. Die Zeichnung erhalten Sie in jedem Fall, sodass Sie das Teil auch bei Ihrem eigenen Fertiger bestellen können.
Die Maschine steht. Wie schnell geht es?
Sagen Sie es in der Anfrage – dann richten wir die Reihenfolge danach aus. Ein einfaches Teil ist oft in wenigen Tagen rekonstruiert; die Fertigungszeit hängt vom Verfahren und vom Fertiger ab. Bei größeren Teilen liefern wir auf Wunsch zuerst die Zeichnung, damit die Fertigung früher starten kann.
Passend dazu
Mehr zur Methode hinter der Rekonstruktion und dazu, wann ein 3D-Scan nötig ist:
- Reverse Engineering: vom Bauteil zurück zur Konstruktion
- 3D-Scan Dienstleistung: Bauteile und Objekte 3D scannen lassen
- Objekt- und Kulturgutdigitalisierung
- 2D-Zeichnung in ein 3D-Modell umwandeln
- Bestandsdaten digitalisieren: aus dem Archiv werden CAD-Daten
- Reverse Engineering: Ablauf, Kosten und wann es sich lohnt
- 3D-Scan als Dienstleistung: Ablauf, Genauigkeit und was Sie am Ende bekommen
- Warum ein Foto allein nicht reicht: Maße, Maßstab und Genauigkeit
- Alle Leistungen im Überblick
Ein Bauteil, eine alte Zeichnung, fehlende CAD-Daten?
Schicken Sie Fotos oder die Zeichnung und einen Satz dazu, wofür das Teil gebraucht wird. Sie erhalten eine Einschätzung und ein Festpreis-Angebot – ohne Konto, ohne Kosten, ohne Verpflichtung.
