Konstruktion und Digitalisierung
3D-Scan: Bauteile digital erfassen
Ein Bauteil, ein Werkzeug, eine ganze Baugruppe — und Sie brauchen davon ein digitales Abbild. Für den Vergleich mit den CAD-Daten, für die Dokumentation, für die Anschlusskonstruktion oder als Ausgangspunkt für ein neues Modell. Wir scannen, bereinigen und liefern das Ergebnis in dem Format, mit dem Sie weiterarbeiten können.
Ein 3D-Scan erfasst die Oberfläche eines Bauteils optisch und liefert daraus eine Punktwolke, die zu einem Dreiecksnetz (STL) verarbeitet wird. Das Netz ist ein Abbild — kein CAD-Modell. Ob Sie das Netz selbst brauchen, ein daraus abgeleitetes Flächenmodell (STEP) oder einen Vergleich gegen vorhandene CAD-Daten, entscheidet über Aufwand und Ergebnis. Wir liefern alle drei Stufen und sagen vorher, welche für Ihren Zweck sinnvoll ist.
Drei Ergebnisse, die alle 3D-Scan heißen
Wer einen Scan bestellt, bekommt je nach Anbieter etwas völlig anderes: eine rohe Punktwolke, ein bereinigtes Netz oder ein aufgebautes Flächenmodell. Alle drei sind richtig — für unterschiedliche Zwecke. Der häufigste Fehlkauf ist ein teures Netz, aus dem sich hinterher nichts konstruieren lässt, weil man eigentlich ein CAD-Modell brauchte.
| Netz (STL) | Flächenmodell (STEP) | |
|---|---|---|
| Was es ist | Millionen Dreiecke, die die gescannte Oberfläche annähern | Mathematische Flächen, auf das Netz aufgebaut |
| Wofür es taugt | Soll-Ist-Vergleich, Dokumentation, 3D-Druck, Anschauung | Weiterkonstruktion, Anschlussteile, Fertigung, Archiv |
| Im CAD-System | Lässt sich anzeigen, aber kaum bearbeiten oder bemaßen | Voll bearbeitbar wie jedes andere Modell |
| Genauigkeit | So genau wie der Scanner — inklusive Rauschen und Lücken | Geglättet und geschlossen; Regelflächen auf Nennform gebracht |
| Aufwand | Scan plus Bereinigung: Stunden | Zusätzlich Flächenrückführung: Tage, je nach Komplexität |
| Dateigröße | Hunderte Megabyte sind normal | Wenige Megabyte |
Die dritte Stufe ist die vollständige Neukonstruktion aus dem Scan — mit Regelgeometrie, Bohrungen als Bohrungen und einer Fertigungszeichnung. Das ist dann Reverse Engineering und hat eine eigene Seite. Der Scan ist dort der erste Schritt, nicht das Ergebnis.
Was Sie bekommen
- Ein bereinigtes, geschlossenes Dreiecksnetz als STL oder OBJ — ohne Scanrauschen, Ausreißer und Löcher.
- Auf Wunsch ein Flächenmodell als STEP, mit dem Sie im CAD weiterarbeiten können.
- Auf Wunsch einen Soll-Ist-Vergleich gegen Ihre CAD-Daten als Farbabweichungskarte mit Bericht.
- Angaben zur erreichten Auflösung und Messunsicherheit, damit Sie wissen, was die Daten aussagen — und was nicht.
- Das Bauteil unversehrt zurück: Ein optischer Scan berührt die Oberfläche nicht.
Was wir dafür brauchen
Das Bauteil — und eine Antwort auf die Frage, wofür der Scan gebraucht wird. Davon hängt ab, wie fein wir scannen und in welcher Form wir liefern.
- Das Bauteil, per Post oder zur Aufnahme vor Ort bei größeren oder eingebauten Teilen.
- Den Zweck: Vergleich, Archiv, Weiterkonstruktion, Nachbau. Er bestimmt Auflösung und Ausgabeformat.
- Vorhandene CAD-Daten, wenn ein Soll-Ist-Vergleich gewünscht ist.
- Hinweise auf glänzende, transparente oder tiefschwarze Flächen — sie brauchen eine Vorbehandlung.
- Das CAD-System, in dem Sie weiterarbeiten, damit das Format passt.
So läuft es ab
Vier Schritte vom Bauteil zur Datei. Bis zur Freigabe des Angebots entstehen keine Kosten.
Anfrage mit Fotos
Sie beschreiben Teil und Zweck kurz und schicken Fotos — über das Formular oder als Antwort auf unsere Bestätigungsmail.
Einschätzung
Wir klären, ob das Teil verschickt werden kann oder vor Ort erfasst wird, welche Auflösung nötig ist und welches Ergebnis Sie brauchen.
Angebot
Sie erhalten ein Festpreis-Angebot mit klar benanntem Lieferumfang: Netz, Flächenmodell oder Vergleich.
Scan und Lieferung
Nach Freigabe wird gescannt, bereinigt und geliefert. Das Bauteil geht per Post zurück.
Was kostet das?
Der Scan selbst ist meist der kleinere Teil. Was den Preis bestimmt, ist die Aufbereitung: Ein bereinigtes Netz ist in Stunden fertig, ein Flächenmodell braucht je nach Geometrie Tage. Deshalb steht am Anfang die Frage nach dem Zweck — und dann ein Festpreis-Angebot, in dem der Lieferumfang genau benannt ist.
- Größe und Komplexität: Ein Handteil ist in einem Durchgang erfasst, eine Baugruppe braucht viele Ansichten und deren Zusammenführung.
- Oberfläche: Glänzende oder dunkle Flächen brauchen ein Mattierungsspray, das wieder entfernt wird.
- Ergebnisstufe: Netz, Flächenmodell oder Soll-Ist-Vergleich — jede Stufe baut auf der vorigen auf.
- Ort: Einsenden ist günstiger als ein Termin vor Ort; bei eingebauten Teilen führt daran kein Weg vorbei.
Anfrage und Einschätzung sind kostenlos. Der angebotene Preis ist ein Festpreis; Abrechnung per Vorkasse, Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer.
Projekt anfragenHäufige Fragen
Welche Teile lassen sich scannen — und welche nicht?
Fast alles mit einer sichtbaren Oberfläche, von der Größe einer Münze bis zur Maschinenverkleidung. Schwierig sind glänzende, spiegelnde, transparente und tiefschwarze Flächen — sie werden vor dem Scan mit einem rückstandsfrei entfernbaren Mattierungsspray behandelt. Nicht erfassbar sind Innenräume ohne Sichtverbindung: Eine Bohrung wird bis zu einer gewissen Tiefe erfasst, ein verdeckter Kanal nicht.
Was bekomme ich am Ende — und warum ist ein Netz noch kein CAD-Modell?
Ein Netz (STL) besteht aus Dreiecken, die die Oberfläche annähern. Es lässt sich anzeigen, drucken und vergleichen, aber nicht bemaßen oder konstruktiv ändern — ein CAD-System sieht darin keine Bohrung, sondern tausend kleine Flächen. Ein Flächenmodell (STEP) baut mathematische Flächen darauf auf und ist voll bearbeitbar. Welche Stufe Sie brauchen, hängt vom Zweck ab; wir sagen es Ihnen vor dem Angebot.
Wie genau ist der Scan selbst?
Die Genauigkeit hängt vom Verfahren und von der Größe des Teils ab: Bei Handteilen sind wenige Hundertstel Millimeter erreichbar, bei großen Objekten liegt die Unsicherheit im Zehntelbereich. Was wir liefern, enthält eine Angabe dazu — damit Sie wissen, ob eine Abweichung im Vergleich eine echte Abweichung ist oder Messrauschen. Für tolerierte Funktionsmaße bleibt das taktile Nachmessen die Referenz.
Muss ich das Teil einschicken, oder kommen Sie zu uns?
Beides geht. Was in ein Paket passt, schicken Sie versichert ein — das ist der günstigere Weg. Was zu groß, zu schwer oder eingebaut ist, erfassen wir vor Ort; die Anfahrt steht dann als eigene Position im Angebot. Ein Scan vor Ort dauert je nach Teil eine Stunde bis einen Tag, das Bereinigen und Aufbereiten geschieht anschließend bei uns.
Was ist ein Soll-Ist-Vergleich, und wann lohnt er sich?
Der Scan des gefertigten Teils wird über das CAD-Modell gelegt; jede Abweichung wird farbig dargestellt und in einem Bericht zusammengefasst. Das lohnt sich, wenn ein Teil nicht passt und niemand weiß, warum — ob die Fertigung abweicht, das Modell falsch ist oder das Teil sich verzogen hat. Oder bei der Abnahme eines Lieferanten, wenn Sie mehr wissen wollen als drei Stichmaße.
Passend dazu
Sie brauchen aus dem Scan ein bearbeitbares CAD-Modell mit Zeichnung? Dann ist Reverse Engineering der nächste Schritt. Und für die Grundlagen zum Nachlesen:
