Konstruktion und Digitalisierung
2D-Zeichnung in ein 3D-Modell umwandeln
Die Zeichnung liegt vor — auf Papier, als PDF oder als 2D-CAD-Datei — aber Ihr heutiger Prozess braucht ein 3D-Modell: für die CAM-Programmierung, für die Simulation, für eine Baugruppe, für ein Angebot des Lieferanten. Wir bauen das Modell aus der Zeichnung auf und leiten daraus eine neue, saubere Fertigungszeichnung ab.
Ein 3D-Modell aus einer 2D-Zeichnung entsteht nicht durch Umwandlung, sondern durch Konstruktion: Die Ansichten und Schnitte werden gelesen, die Formelemente erkannt und das Teil im CAD-System neu aufgebaut — parametrisch, mit Regelgeometrie und den bemaßten Nennmaßen. Aus dem fertigen Modell wird die Zeichnung dann normgerecht abgeleitet, statt die alte nachzuzeichnen. Das Ergebnis ist ein Modell, das sich fertigen, ändern und in Baugruppen einsetzen lässt.
Warum ein 3D-Modell mehr ist als drei Ansichten mit Tiefe
Eine 2D-Zeichnung zeigt das Teil, wie der Konstrukteur es damals dargestellt hat: drei Ansichten, ein paar Schnitte, Maße dort, wo sie zum Fertigen gebraucht wurden. Ein 3D-Modell muss alles enthalten — auch die Bereiche, die in keiner Ansicht zu sehen waren, und die Beziehungen zwischen Formelementen, die auf Papier nur im Kopf des Lesers existierten.
| 2D-Zeichnung | 3D-Modell mit abgeleiteter Zeichnung | |
|---|---|---|
| Vollständigkeit | Zeigt, was der Konstrukteur für nötig hielt — verdeckte Bereiche bleiben Interpretation | Jede Fläche existiert; Widersprüche fallen beim Aufbau auf, nicht in der Fertigung |
| Änderungen | Jede Ansicht einzeln nachziehen, Maße von Hand anpassen | Ein Maß ändern — alle Ansichten und Schnitte folgen |
| Fertigung | CAM-Programmierung von Hand nach Zeichnung | Modell direkt in CAM, Simulation, 3D-Druck, Angebot des Lieferanten |
| Baugruppe | Einbau nur im Kopf prüfbar | Kollisionen, Passungen und Bewegungen im CAD prüfbar |
| Zeichnung | So alt wie die Norm, nach der sie gezeichnet wurde | Neu abgeleitet nach aktueller Norm, konsistent mit dem Modell |
| Weitergabe | PDF zum Ansehen | STEP für jedes System, natives Format für Ihres |
Es gibt Fälle, in denen die 2D-Zeichnung genügt — ein Blechteil, das gelasert wird, braucht eine Schnittkontur und keine Tiefe. Dafür gibt es die DXF-Seiten. Das 3D-Modell lohnt sich, sobald das Teil gefräst, gedreht, gegossen oder in eine Baugruppe eingebaut wird — oder sobald Sie es in den nächsten Jahren noch einmal ändern wollen.
Was Sie bekommen
- Ein parametrisches 3D-Modell als STEP — und auf Wunsch im nativen Format Ihres CAD-Systems mit Konstruktionshistorie.
- Eine daraus abgeleitete Fertigungszeichnung nach aktueller Norm, mit Bemaßung, Toleranzen und Oberflächenangaben aus der Vorlage.
- Bei Baugruppen: die Einzelteile, die Baugruppe mit Beziehungen und eine Stückliste.
- Ein Abgleichprotokoll: jede Stelle, an der die alte Zeichnung unvollständig oder widersprüchlich war, und wie sie gelöst wurde.
- Auf Wunsch zusätzlich DXF-Schnittkonturen für Blechteile innerhalb der Baugruppe.
Was wir dafür brauchen
Die Zeichnung — in der besten Qualität, die es gibt. Alles Weitere beschleunigt die Arbeit und verringert Rückfragen.
- Die 2D-Zeichnung als Scan, PDF, DWG oder DXF. Mehrere Blätter zu einem Teil gern zusammen.
- Das Zielsystem und die gewünschte Version: SolidWorks, Inventor, Fusion, Siemens NX, Creo — oder einfach STEP.
- Ob eine Konstruktionshistorie gebraucht wird oder ein reiner Volumenkörper genügt.
- Bei Baugruppen: die Stückliste oder eine Übersicht, welche Blätter zusammengehören.
- Fotos des realen Teils, falls vorhanden — sie klären verdeckte Bereiche schneller als jede Rückfrage.
So läuft es ab
Vier Schritte von der Zeichnung zum Modell. Bis zur Freigabe des Angebots entstehen keine Kosten.
Anfrage mit Zeichnung
Sie schicken die Zeichnung und nennen Ihr Zielsystem — über das Formular oder als Antwort auf unsere Bestätigungsmail.
Sichtung
Wir prüfen die Zeichnung auf Vollständigkeit und Widersprüche und klären vorab, was sich nicht eindeutig aus den Ansichten lesen lässt.
Angebot
Sie erhalten ein Festpreis-Angebot mit benanntem Lieferumfang: Modell, Zeichnung, Format, Historie ja oder nein.
Aufbau und Lieferung
Nach Freigabe wird das Modell aufgebaut, die Zeichnung abgeleitet und beides geliefert. Passt etwas nicht, wird nachgebessert.
Was kostet das?
Der Preis richtet sich nach der Zahl der Formelemente und danach, wie viel Interpretation die Zeichnung verlangt — nicht nach der Blattgröße. Ein Flansch mit Lochkreis ist in einer Stunde modelliert; ein Gehäuse mit zwölf Schnitten, in denen sich zwei widersprechen, nicht. Deshalb steht am Anfang die Sichtung und dann ein Festpreis-Angebot.
- Formelemente: Anzahl und Art — Bohrungen, Taschen, Verrundungen, Gewinde, Freiformen.
- Qualität der Vorlage: Ein sauberer CAD-Plot ist schneller gelesen als ein handschriftlich geänderter Blaupausendruck.
- Lieferumfang: Modell allein, Modell mit Zeichnung, mit oder ohne Konstruktionshistorie, natives Format.
- Baugruppen: Anzahl der Teile und Beziehungen, Stückliste, gegebenenfalls Bewegungsprüfung.
Anfrage und Sichtung sind kostenlos. Der angebotene Preis ist ein Festpreis; Abrechnung per Vorkasse, Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer.
Projekt anfragenHäufige Fragen
Welche Ansichten braucht die Zeichnung, damit ein eindeutiges Modell entsteht?
Für ein einfaches Teil genügen oft zwei Ansichten und die Bemaßung. Schwierig wird es bei verdeckten Innenkonturen, Freiformen und allem, was nur in einem fehlenden Schnitt zu sehen wäre. Wir sagen nach der Sichtung, welche Bereiche eindeutig sind und wo wir eine Annahme treffen müssten — und fragen lieber vorher, als still zu raten. Ein Foto des echten Teils löst die meisten dieser Fragen.
Parametrisch mit Historie oder nur ein Volumenkörper — was brauche ich?
Einen Volumenkörper (STEP), wenn das Modell gefertigt, angeboten oder in eine Baugruppe eingebaut werden soll und sich nicht mehr ändert. Ein parametrisches Modell mit Historie, wenn Sie das Teil weiterentwickeln wollen: Dann lässt sich ein Durchmesser ändern, und Bohrbild, Verrundungen und Zeichnung folgen. Die Historie bauen wir im nativen Format Ihres Systems auf; STEP kann sie nicht transportieren.
In welchem Format wird geliefert — STEP oder das Format meines CAD-Systems?
STEP immer, weil es jedes System öffnet und noch in Jahrzehnten lesbar ist. Zusätzlich das native Format, wenn Sie Historie oder Parameter brauchen. Wir arbeiten in gängigen Systemen; nennen Sie uns Ihres und die Version, dann klären wir vor dem Angebot, ob eine native Lieferung möglich ist oder STEP der bessere Weg bleibt.
In der Zeichnung widersprechen sich Maße. Was passiert dann?
Das ist bei älteren Zeichnungen häufig — ein nachträglich geändertes Maß, ein vergessener Schnitt. Beim Aufbau in 3D fallen solche Widersprüche zwangsläufig auf, weil das Modell sich sonst nicht schließen lässt. Wir entscheiden nicht still: Jeder Widerspruch steht mit unserer Auslegung im Abgleichprotokoll, und was die Funktion betrifft, fragen wir vor der Lieferung nach.
Geht das auch für ganze Baugruppen mit Stückliste?
Ja. Jedes Blatt wird zum Einzelteil, die Einzelteile werden mit Beziehungen zur Baugruppe zusammengesetzt, und aus der Baugruppe entsteht die Stückliste. Der Zusatznutzen liegt in der Prüfung: Teile, die auf Papier zusammenpassten, tun das im Modell manchmal nicht — und das sieht man dann vor der Fertigung. Normteile werden aus Bibliotheken eingesetzt, nicht neu modelliert.
Passend dazu
Es geht nicht um ein Blatt, sondern um ein ganzes Archiv? Dann ist die Bestandsdigitalisierung der Rahmen dafür. Und für die Grundlagen zum Nachlesen:
