Zum Inhalt springen
Zelkon
Alle Beiträge

Gebäudeaufmaß mit dem mobilen Laserscanner: Ablauf, Genauigkeit, Kosten

Stand: 27.09.20265 Min. Lesezeit

Wie eine Bestandsaufnahme mit dem mobilen LiDAR-Handscanner abläuft, welche Genauigkeit realistisch ist, warum eine Etage in Minuten statt Stunden erfasst ist und woraus sich der Preis zusammensetzt.

Gebäudeaufmaß mit dem mobilen Laserscanner: Ablauf, Genauigkeit, Kosten

Die Pläne stammen von 1987. Seitdem wurde eine Zwischendecke eingezogen, eine Wand versetzt und die Lüftung erneuert — eingezeichnet ist davon nichts. Für den anstehenden Umbau braucht der Architekt aber einen Bestand, auf den er sich verlassen kann. An dieser Stelle fällt meistens zum ersten Mal das Wort Laserscan.

Was das Gerät tut

Wir arbeiten mit einem mobilen Handscanner. Das Gerät ist etwa so groß wie eine große Taschenlampe und wird beim Gehen getragen. Oben sitzt ein rotierender Laserkopf, der die Umgebung hunderttausende Male je Sekunde abtastet; daneben eine Kamera, die den Punkten ihre Farbe gibt. Aus Laufzeit und Winkel jedes Impulses ergibt sich ein Punkt im Raum.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Stativscanner liegt darin, dass das Gerät weiß, wo es gerade ist. Es vergleicht laufend, was es jetzt sieht, mit dem, was es eine Zehntelsekunde vorher gesehen hat, und berechnet daraus seinen eigenen Weg durch das Gebäude. Fachleute nennen das SLAM — gleichzeitige Lokalisierung und Kartierung. Praktisch heißt es: Wir gehen die Flächen ab, und die Punktwolke entsteht dabei in einem Stück.

Wie genau das ist

Über ein normales Geschoss liegt die Abweichung im Bereich von ein bis drei Zentimetern. Die Zahl, mit der Gerätehersteller werben, ist eine andere — sie beschreibt die einzelne Messung. Für Sie zählt, was nach dem ganzen Rundgang übrig bleibt, denn auf langen Wegen läuft die Positionsschätzung langsam auseinander. Ein geschlossener Rundgang, der am Ausgangspunkt wieder ankommt, fängt das rechnerisch weitgehend ab.

Für Umbauplanung, Flächenermittlung, Anlagenplanung und Ausschreibung reicht das aus — ein Zollstockaufmaß über dieselbe Strecke liegt regelmäßig schlechter, weil sich dort Maß an Maß addiert. Wer es enger braucht, etwa für den Einbau einer Maschine auf den Millimeter, bekommt das über zusätzlich eingemessene Passpunkte an den entscheidenden Stellen. Das gehört dann ins Angebot und nicht in eine Faustregel.

Seriös ist eine Genauigkeitsangabe erst im Nachhinein. Wir nennen sie deshalb in der Lieferung, gemessen am tatsächlichen Ergebnis, statt vorab eine Zahl zu versprechen, die vom Objekt abhängt.

Der Vergleich mit dem Aufmaß von Hand

Ein klassisches Aufmaß mit Laserentfernungsmesser und Skizzenblock ist bei einem einzelnen Raum schneller und billiger — daran ändert kein Scanner etwas. Der Vorteil kippt, sobald Flächen zusammenhängen. Von Hand wird Maß an Maß gereiht, und jeder Anschluss addiert seinen Fehler; über ein ganzes Geschoss summiert sich das auf Zentimeter, ohne dass jemand sagen könnte, wo genau.

Dazu kommt der Unterschied, den man erst später bemerkt: Das Handaufmaß erfasst, wonach gefragt wurde. Der Scan erfasst alles. Die Frage, die drei Wochen nach dem Termin aufkommt — wie hoch sitzt der Unterzug, wie tief ist die Nische —, beantwortet der eine am Bildschirm und der andere mit einer zweiten Anfahrt.

Wie der Termin abläuft

  1. Vorbesprechung: Welche Bereiche, welche Pläne, welche Genauigkeit. Bei größeren Objekten sehen wir uns das vorab an.
  2. Vorbereitung: Gerät starten, bei Bedarf ein paar Passpunkte auslegen. Es wird nichts an der Bausubstanz befestigt und nichts geklebt, was Spuren hinterlässt.
  3. Rundgang: Wir gehen die Flächen in normalem Schritttempo ab, möglichst in einer Schleife zurück zum Startpunkt. Türen sollten dabei offen stehen.
  4. Kontrolle noch vor Ort: Die Punktwolke lässt sich sofort ansehen. Eine Lücke, die erst am Schreibtisch auffällt, kostet eine zweite Anreise — hier fällt sie in dem Moment auf, in dem sie entsteht.
  5. Auswertung: Bereinigung und Ableitung der Pläne. Der längste Teil, und der einzige, von dem Sie nichts mitbekommen.

Der Betrieb kann dabei weiterlaufen. Menschen und Fahrzeuge, die sich bewegen, tauchen in mehreren Aufnahmen an verschiedenen Stellen auf und werden bei der Bereinigung entfernt. Problematisch ist nur, was dauerhaft im Weg steht: Ein vollgestelltes Regal verdeckt die Wand dahinter, und zwar endgültig. Was frei zugänglich sein muss, besprechen wir deshalb vorher.

Wie lange es dauert

Hier liegt der eigentliche Vorteil des mobilen Geräts. Eine Etage mit normalem Grundriss ist in zwanzig bis vierzig Minuten erfasst, eine Produktionshalle in ein bis zwei Stunden. Mit einem Stativscanner wären es für dasselbe Objekt ein halber bis ganzer Tag, weil dort jeder Standpunkt einzeln aufgebaut und abgewartet werden muss. Für Sie heißt das: ein kurzer Termin statt eines Tages, an dem jemand im Weg steht.

Bis zur Lieferung vergehen danach ein bis drei Wochen, bei großem Umfang länger. Wenn es eilt, liefern wir in Teilen: Sie fangen mit dem Erdgeschoss an, während am Obergeschoss gearbeitet wird.

Was der Scan nicht sieht

Ein Laserscanner misst Oberflächen, die er sehen kann — mehr nicht. Was hinter einer Verkleidung liegt, bleibt unbekannt: Leitungen in der Wand, Bewehrung im Beton, der Aufbau eines Fußbodens. Eine Bestandsaufnahme ersetzt deshalb weder eine Bauteilöffnung noch eine Leitungsortung, und sie sagt nichts über Tragfähigkeit oder Schadstoffe.

Das klingt selbstverständlich, führt in der Praxis aber regelmäßig zu Enttäuschungen — besonders dann, wenn die Aufnahme als »digitaler Zwilling« verkauft wurde und beim Empfänger die Erwartung geweckt hat, darin stehe alles. Wir benennen deshalb im Angebot, was erfasst wird, und ebenso, was nicht.

Woraus sich der Preis ergibt

  • Die Zeit vor Ort — der kleinere Posten, und der einzige, den die meisten vorher einschätzen.
  • Der Umfang der Auswertung: Wie viele Geschosse, wie viele Schnitte, wie viele Ansichten, mit welcher Beschriftung.
  • Die Zugänglichkeit: Technikräume, Dachböden und enge Schächte kosten überproportional Zeit.
  • Die Anfahrt, ab einer gewissen Entfernung gesondert ausgewiesen.
  • Sonderwünsche wie ein Raumbuch mit Flächen und lichten Höhen oder eine Aufnahme außerhalb der Betriebszeiten.

Weil der zweite Punkt den Preis bestimmt und nicht der erste, ist die Frage »was kostet ein Scan-Tag« die falsche. Die richtige lautet: Was soll am Ende auf dem Tisch liegen? Erst daraus ergibt sich ein Festpreis, der hält.

Häufige Fragen

Müssen wir für die Aufnahme aufräumen?

Nein, und es wäre auch der falsche Aufwand. Der Scanner nimmt auf, was da ist — das ist bei einer Bestandsaufnahme sogar erwünscht. Wichtig ist nur der Zugang zu den Flächen, die im Plan erscheinen sollen: Steht ein Schrank vor der Wand, fehlt hinterher die Wandkante an dieser Stelle. Sagen Sie uns vorher, welche Bereiche verstellt sind, dann planen wir sie ein oder nehmen sie bewusst heraus.

Kann man auch nur einen Teil des Gebäudes aufnehmen lassen?

Ja, und meistens ist das die wirtschaftlichere Entscheidung. Für einen Umbau im ersten Obergeschoss braucht niemand das Dachgeschoss. Sinnvoll ist ein Zuschlag an den Rändern: ein Stück Treppenhaus, die angrenzenden Räume, der Anschluss an die Fassade. Ohne diesen Rand hängt der Plan später in der Luft.

Was passiert mit den Daten nach dem Projekt?

Wir bewahren die Rohdaten nach der Lieferung zwölf Monate auf, damit sich Rückfragen ohne erneute Anreise klären lassen, und löschen sie danach. Sie können jederzeit die Herausgabe in einem offenen Format oder die vorzeitige Löschung verlangen. Eine dauerhafte Archivierung als Ihre Sicherungskopie übernehmen wir nicht — dafür gehören die Daten zu Ihnen ins Haus.

Wir haben schon eine Punktwolke von einem anderen Anbieter. Können Sie damit arbeiten?

Wenn sie in einem offenen Format wie E57 vorliegt, ja. Dann entfällt die Aufnahme und es bleibt die Auswertung — also genau der Teil, der ohnehin den größeren Anteil ausmacht. Schicken Sie uns vorab eine Probe daraus; an ihr lässt sich erkennen, ob Dichte und Vollständigkeit für die gewünschten Pläne reichen.

Weitere Beiträge

Sie haben eine Vorlage und brauchen eine DXF?

Laden Sie Skizze, Foto oder PDF hoch. Sie erhalten vorab ein Festpreis-Angebot, unverbindlich und ohne Konto-Kosten.

Anfrage starten