Reverse Engineering bedeutet, den umgekehrten Weg der Konstruktion zu gehen: nicht vom Modell zum Teil, sondern vom realen Teil zurück zum Modell. Das ist immer dann wertvoll, wenn keine Daten (mehr) vorliegen — oder wenn ein vorhandenes Objekt verändert, dokumentiert oder geprüft werden soll.
Typische Anwendungsfälle
- Ersatzteile ohne Zeichnung: Ein altes oder zugekauftes Bauteil muss nachgefertigt werden, Unterlagen gibt es nicht.
- Anpassung & Weiterentwicklung: Ein bestehendes Teil soll als Ausgangspunkt für eine neue Variante dienen.
- Qualitätskontrolle: Das gefertigte Teil wird mit dem Soll-Modell verglichen (Soll-Ist-Abgleich).
- Dokumentation & Archivierung: Geometrie wird dauerhaft und verlustfrei digital gesichert.
- Individuelle Passteile: Etwas soll exakt an eine vorhandene Form angepasst werden.
Im Studio oder vor Ort
Kleine und transportable Objekte scannen wir im Studio unter optimalen Bedingungen. Größere, ortsfeste oder empfindliche Teile erfassen wir direkt bei Ihnen vor Ort — so muss nichts demontiert oder riskant transportiert werden.
Vom Scan zum nutzbaren Modell
Ein 3D-Scan liefert zunächst eine sehr dichte Punktwolke bzw. ein Polygonnetz (Mesh). Was daraus wird, hängt von Ihrem Ziel ab:
Mesh / STL
Ideal für 3D-Druck, Visualisierung oder den reinen Soll-Ist-Vergleich. Die Oberfläche wird 1:1 abgebildet.
Flächenrückführung (parametrisches CAD)
Für die Konstruktion führen wir die Geometrie in ein sauberes CAD-Modell zurück — mit echten Flächen, Radien und Bezügen, etwa als STEP. So lässt sich das Teil später gezielt ändern und fertigen.
Wie genau wird es?
Moderne 3D-Scanner erreichen Genauigkeiten im Bereich von Zehntel- bis Hundertstel millimetern — abhängig von Verfahren, Objektgröße und Oberfläche. Entscheidend ist, die Genauigkeit am Einsatzzweck auszurichten: Ein Sichtbauteil stellt andere Anforderungen als eine funktionskritische Passung. Genau das klären wir vorab mit Ihnen.
Wann sich der Scan rechnet
Sobald das manuelle Aufmessen aufwendig, ungenau oder schlicht unmöglich wird — bei Freiformflächen, organischen Geometrien oder fehlenden Unterlagen — ist der 3D-Scan in der Regel der schnellste und zuverlässigste Weg zum digitalen Modell.